Weihnachten – ein Fest der Werbespots 

 Dezember 8, 2021

Die Weihnachtszeit ist für den Einzelhandel die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Die Kunden schauen auf das anstehende Fest der Familie und wollen sich die Zeit so schön wie nur möglich machen. Doch die Konkurrenz um die Geldbeutel der Kunden ist groß und daher legen sich viele Unternehmen mit aufwändigen Weihnachtsspots richtig in Zeug, um die Kunden zu gewinnen. Viele Weihnachtsspots der letzten Jahre haben großartige Geschichten erzählt und Menschen berührt. Auch in diesem Jahr haben Aldi, Lidl, Edeka und Co wieder in emotionalen Spots mit den Sehnsüchtigen der Menschen gespielt. Nur ein Kurzfilm fällt aus der Reihe und erhält daher die wohl größte Aufmerksamkeit.

 

Edeka hat in diesem Jahr den wohl schwächsten Weihnachtsspot veröffentlicht. Er zeigt den Weihnachtsmann, der durch die Gänge eines Edeka-Supermarktes schleicht und sich von den Leckereien verführen lässt. Ertappt von einer Mitarbeiterin, stellt sich heraus, dass sie keine offenen Wünsche hat, denn bei Edeka gäbe ja alles, was das Herz begehren würde.

 

Es geht auch ohne Produktwerbung

Deutlich verspielter startete Netto in die Weihnachtszeit. Mit einem Animationsfilm, in dem ein kleines magisches Kind mit der Hilfe des rotnasigen Rudolphs entdeckt, dass es eigentlich als Weihnachtsmann die Kinder glücklich machen kann, kommt diese Supermarktkette völlig ohne Produktwerbung aus. Vielmehr nutzt Netto die vorweihnachtliche Aufmerksamkeit, um auf seine Tabaluga-Stiftung für benachteiligte Kinder aufmerksam zu machen.

 

Lidl greift in diesem Jahr das Thema der Weihnachtsspots an sich als Thema auf. Diese Supermarktkette zeigt einen Entwickler von Weihnachtsspots, der sich genötigt fühlt, immer noch traurigere Spots zu schreiben, damit die Kunden nicht merken würden, dass alle Supermärkte immer teurer werden. Der genaue Beobachter des Lidl-Spots wird kleine Sidekicks auf die anderen Mitbewerber entdecken und damit zeigt Lidl trotz der düsteren Story doch reichlich Humor.

 

Corona in der Vorweihnachtszeit

Aber natürlich wird auch das zweite Weihnachtsfest unter Corona-Bedingungen in den Weihnachtsspots thematisiert. Aldi Süd zeigt in seinem Spot einen alleinerziehenden Vater eines Teeanger-Sohns. Der Vater bemüht sich sehr an Heiligabend für seinen Sohn da zu sein, doch als S-Bahn-Fahrer muss er ein weiteres Weihnachtsfest arbeiten. Anfänglich von Wut zerrissen, wächst schließlich beim Sohn die Erkenntnis, dass manche Dinge notwendig sind. Am Ende verbringen die beiden den Heiligabend gemeinsam in der Straßenbahn und finden so wieder zusammen.

 

Von allen Weihnachtsspots hat jedoch der Spot von Penny in diesem Jahr die größte Aufmerksamkeit erfahren. Auch hier steht das Leben der jungen Generation im Corona-Alltag im Mittelpunkt. Mit der simplen Frage eines Sohnes an seine Mutter “Was wünschst Du Dir eigentlich zu Weihnachten?” offenbart die Mutter ihre Träume für die Jugend ihres Sohnes. Eigentlich sollte dessen Leben aus Partys, Schulschwänzen, verliebt sein und gebrochenem Herzen bestehen. Doch weil das Leben gerade viel zu ernst ist, bleibt der Familie nichts anderes übrig, als fester zusammenzurücken. Diese Zusammenfassung der Wünsche einer ganzen Generation in wenigen Sekunden zeigt, welche kreative Leistung in einem kurzen Video stecken kann.

In jedem Jahr stehen die Unternehmen und vor allem die Supermarkt-Ketten vor der Entscheidung, in ihren Weihnachtsspots entweder mit den eigenen Produkten zu arbeiten oder eine starke Story in den Mittelpunkt zu stellen. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass starke Geschichten meistens die größere Aufmerksamkeit bekommen haben und produktmäßige Spots weniger den Zeitgeist der Menschen trafen.

Wir lieben Weihnachtswerbung! Und welcher Werbespot hat Euch am besten gefallen?