Mai 28

Machen Ziele wirklich Sinn?

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Ziele setzen scheint wichtig zu sein, doch wie geht es richtig?

Machen Ziele wirklich Sinn?

Wie bringen Dich Ziele zum Erfolg und welche Methode noch produktiver ist.

Korrekte Zielsetzung in Unternehmen wird häufig als Heilsbringer für Erfolg genannt. Ziele müssen einer Vision folgen, Ziele müssen SMART sein und Ziele müssen im ganzen Team transparent sein. Als automatische Folge daraus wird Erfolg suggeriert.

Wer seine Ziele nicht erreicht, gilt als gescheitert. Hast Du schon einmal ein gesamtes Projekt vorzeitig beendet, weil Du in einem Teilbereich gescheitert bist? Scheitern erleben die meisten Menschen als das Gegenteil von Erfolg. Aber auf dem Weg vom Start bis zum Ziel kann viel passieren. Wenn Du Dir ein Ziel setzt, legst Du Dich fest. Genau an dieser Stelle kann ein wesentlicher Grund des Scheiterns liegen. Um das besser zu verstehen, wollen wir Dir heute aufzeigen, welche Wirkungen Ziele haben und welche negativen Effekte dabei Deinen Erfolg behindern. In unserem Unternehmen haben wir daher eine Alternative umgesetzt.

Ziele machen Dich unflexibel

Je konkreter Dein Ziel formuliert ist, desto inflexibler wirst Du. Einerseits ist genau das gewollt, denn Ziele sollen zu mehr Fokus führen. Aber was, wenn sich auf dem Weg bis zum Ziel die Rahmenbedingungen geändert haben oder neue Chancen auch neue Ziele ermöglichen. Dein ursprüngliches Ziel könnte im Verlauf der Zeit überholt sein und damit nicht mehr effektiv. Wenn Du im falschen Moment an Deinem Ziel festhältst, entgeht Dir womöglich eine Chance, die Dich Deinem Erfolg viel schneller oder leichter näherbringt.

Du hast es nicht immer selbst in der Hand

Ob Du Dein Ziel erreichst oder nicht, hängt nicht immer von Deiner eigenen Leistung ab. In einer komplexen Gesellschaft wie unserer wirken sich die Entscheidungen aller anderen direkt auf Dich aus. Jeder hat ein bestimmtes Ziel, aber selten werden Deine Mitmenschen Dir ihre Ziele transparent mitteilen. Und selbst wenn, ist auch diese Person wieder von anderen Menschen abhängig. Vielleicht widersprechen sich auch Zielsetzungen von unterschiedlichen Personen. Unterm Strich entsteht das Ergebnis einer Unternehmung durch das Zusammenspiel von mehreren Menschen und nie durch einen allein.

Ziele am Anfang zu setzen führt Dich in die falsche Richtung

Wenn Du Dir am Anfang einer Unternehmung ein Ziel setzt, hast Du im Normalfall sehr wenig Wissen über die Faktoren, die Deinen Erfolg beeinflussen werden. Erst im Laufe der Zeit wirst Du feststellen, welche Personen sich am meisten in einem Projekt auswirken, welche fachliche Perspektive Du zwingend einbeziehen musst und wo versteckte und unerwartete Kosten liegen.

Auf dem Weg zu Deinem Ziel wird es wahrscheinlich zahlreiche Optionen und Alternativen geben. Wenn Du Deinen Blick starr auf Dein Ziel ausrichtest, wird Du die meisten davon schlichtweg übersehen und damit Chancen verpassen.

Je früher Du Dein Ziel festsetzt, desto unklarer ist die Abwägung zwischen Deinem Erfolg und Deinen Kosten. Erst während des Projektes wirst Du erkennen, was Du wirklich investieren musst, um das Ziel zu erreichen. Und das meint sowohl die echten Investitionen in Geld, Zeit und anderen Ressourcen, aber auch die abgelehnten Optionen, die Du nicht umsetzen kannst, weil Du mit Deinem angestrebten Ziel beschäftigt bist.

Du weißt vorher nicht, ob das Telefonat, dass du gerade nicht beantworten möchtest, um Dich nicht von Deinem Ziel abzubringen, nicht ein Kunde mit einem lukrativeren Auftrag gewesen wäre. Die Erkenntnis, dass Du einen permanenten Mangel an Informationen hast, lässt das Setzen von Zielen schon fast unlogisch erscheinen.

Noch gravierender ist ein weiterer Aspekt von Zielen. Ihrer Natur nach sind Ziele immer ein nicht erreichter Zustand. Im Streben nach einem Ziel befindest Du Dich also immer in einem defizitären Bereich. Die menschliche Psyche erlebt dieses Defizit immer als negativ. Wenn Du erfolgreich warst, setzt Du Dir direkt ein neues Ziel, um bloß nicht zu verharren und zu stagnieren. Dieser ständige Blick nach vorn lässt uns vergessen auch zurück zu schauen. Denn auf dem langen Weg zum Ziel liegen auch viele Zwischenziele und Erfolge, die sich positiv auf die Psyche auswirken können, wenn man sie denn aktiv beachtet.

Ein Ziel ist oft unerreichbar

Ein Ziel fokussiert unseren Blick immer auf einen fernen Zeitpunkt. Nur die wenigsten Menschen sind in der Lage aus einem langfristigen Ziel zu jeder Zeit den nächsten Schritt abzuleiten. Aber genau dieser Schritt ist erfolgsentscheidend. Nur was Du im nächsten Moment tun oder unterlassen wirst, wird Dich Deinem Erfolg näherbringen oder Dich weiter entfernen. Wäre es also nicht viel effektiver sich mehr auf den nächsten Schritt zu fokussieren als auf einem unbestimmten Zeitpunkt in der Zukunft?

Der Jojo-Effekt wirkt auch bei Zielen

Wenn Du jeden Tag auf Dein Ziel hinarbeitest, aber es immer noch unerreicht ist, hast Du für den nächsten Tag wieder ein Berg voll Arbeit vor Dir. Dieser Berg wird nur wenig kleiner, je weiter weg Dein Ziel noch ist. Und schlimmer noch: psychologisch gesehen wächst dieser Berg sogar an, wenn Du Aufgaben eines Tages in den Folgetag schieben musst. Je öfter Du schieben musst, desto größer wird die Verlockung sich der großen Welle zu ergeben und das ganze Projekt aufzugeben. Es erscheint einfach zu groß, um erreichbar zu sein.

Die Lösung: erfolgreich sein ohne Ziele

„Ziele sind für Loser, Systeme sind für Gewinner!“ (Zitat nach Scott Adams)

Die Denkweise hinter diesem Motto basiert auf dem Prinzip der Motivation. Statt Dir ein Ziel in weiter Ferne zu überlegen, überlegst Du Dir eine Vision.

Wie oder wo möchtest Du nach einem bestimmten Zeitpunkt sein? Und dann überlegst Du Dir kleine Schritte, die Du jeden Tag gehen kannst, um Deine Vision zu realisieren.

Wenn Du jeden Tag die gleichen kleinen Schritte tust, werden sie für Dich schnell zur Gewohnheit. Du gewöhnst Dir also an, jeden Tag Deiner Vision ein Stück näher zu kommen. Besser könnte es doch gar nicht sein!

Mini-Habits als Trick gegen die eigene Psyche

Eine Gewohnheit hat für die Psyche mehrere Vorteile. Zum einen kostet es Dich von Tag zu Tag immer weniger Ressourcen, die Gewohnheit umzusetzen. Du wirst dies maximal produktiv erledigen, weil Du die Gewohnheit über die Zeit automatisch optimierst. Dein innerer Widerstand eine bestimmte Tätigkeit zu beginnen und auch direkt zu beenden, wird weniger, weil Du den Umfang dieses Mini-Habits genau kennst und perfekt in Deinen Tagesablauf einplanen kannst.

Mini-Habit als Booster für Deine Produktivität

Wenn Du Dir jeden Tag eine kleine Gewohnheit vornimmst, wirst Du automatisch am nächsten Tag ein bisschen mehr leisten. Zum Beispiel wenn Du die Vision von mehr Fitness hast. Du nimmst Dir vor, jeden Tag nur einen Liegestütz zu machen. Schnell wirst du feststellen, wie einfach es Dir fällt nicht nur diesen einen Liegestütz zu machen, sondern noch zwei, drei oder sogar vier oder mehr dran zu hängen.

Damit schaffst Du innerhalb von kurzer Zeit mehr, als Du eigentlich geplant hattest.

Übertrage dies auf Dein Business: Du nimmst Dir vor jeden Tag einen (potenziellen) Kunden anzurufen. Über die Zeit entstehen viel mehr Kundenkontakte, als wenn Du Dir das SMARTe Ziel gesetzt hättest, im kommenden Monat 20 Kunden anzurufen.

Vor Dir entsteht kein großer Berg mit hohem Erwartungsdruck und großem Potenzial für Frust, sondern eine neue Gewohnheit, die Dich jeden Tag in Deinem Business voranbringt.

Ganz ohne Ziele – geht das wirklich?

Nicht in jedem Fall. Es gibt zwei Bereiche, in denen Zielsetzung sehr ratsam sind:

  • Ziele? Ja, wenn Du im Team arbeitetest!
  • Ziele? Ja, wenn Du persönlich der richtige Typ dafür bist!

Ziele als Richtungsweiser für Teams

Sobald mehrere Menschen an einem Projekt arbeiten, ist es wichtig klare Ziele festzulegen. Nur dann ist gewährleistet, dass jeder einzelne in die gleiche Richtung arbeitet. Es muss klar sein, wann, was zu tun ist und das Projekt muss auch ein definiertes Ende erhalten, um effizient überwacht zu werden.

In einem Team ist Klarheit über die Zielrichtung von großer Bedeutung. In unserer Grafik siehst Du die Auswirkungen und den Potenzialverlust, wenn in einem Team am Anfang bereits eine kleine Abweichung vom Verständnis des Ziels besteht. Mit längerer Projektlaufzeit verstärkt sich dieser Effekt zum Negativen. Hier helfen klare Ziele und feste Meilensteine, um die Entwicklung eines Teamprojektes jederzeit überprüfen zu können.

Ziele sind Typ-Sache

Es gibt Menschen, die können Frustration und Scheitern leichter wegstecken als andere. Wenn Du nicht zu denjenigen gehörst, die bei einem nicht erreichten Ziel den Fokus auf das Defizit haben, sondern erkennst, was trotzdem gut gelaufen ist und Deinen Fokus direkt auf die Optimierung lenken kannst, dann sind Ziele genau das richtige für Dich. Leider ist dieser Menschentyp in der Minderheit.

Wie sieht der optimale Mini-Habit aus?

  •  So klein, dass die Gewohnheit locker jeden Tag in den Tagesablauf passt
  •  Umfang der Mini-Gewohnheit so ansetzen, dass es man täglich Spaß daran hat (wichtig für die Motivation für den nächsten Tag)
  •  so gestalten, dass der Habit komplett in meiner Zuständigkeit liegt



Du hast jetzt endlich den richtigen Durchblick, was Deine relevanten Ziele sind? Dann ist es an der Zeit, den Zielen Taten folgen zu lassen. Wir helfen Dir gerne dabei, deine Ziele im Marketing auf die Straße zu bringen.


Tags

BWL, Marketing, Unternehmensführung, Ziele


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